Palermo

Palermo ist eine meiner Lieblingsstädte auf diesem schönen Planeten. Die Stadt übt auf mich mit seinen morbiden Palazzi einen besonderen Charme aus. Ich geniesse die lebhafte Morgenstimmung auf den Märkten, nasche alles, was mir unter die Finger kommt, und liebend gerne die sizilianische Caponata.  Auf dem Mercato del Capo in der Nähe des Theatro Massimo spüre ich den arabischen Einflüssen nach, kaufe Safran, Salzkapern, Pistazien und knackige Rispentomaten. Mein Blick schweift in einer der Seitenstraßen. Dort entdecke ich Italienerinnen mit ihren Lockenwicklern im Haar und sehe auf Tontöpfe, deren Äußeres sanft moosig grün leuchtet, und in denen sich Geranien und Basilikum der Sonne entgegenstrecken. Als neben mir ein kräftiger Italiener laut seine Auberginen zum Kauf anbietet, gewinnt er meine volle Aufmerksamkeit. Ich wende mich ihm zu. Sein T-Shirt passt gerade so über seine Bauchfüllung. Er trägt Hosenträger und schaut kurz grimmig, bis auf seinem Gesicht ein breites Lächeln Platz findet. Wir scherzen, er reicht mir ein Stück einer Wassermelone über seinen Auberginen hinweg. Ich geniesse die rote Frische und greife zu meiner Kamera um ihn ein paar Minuten in seinem Tagesgeschäft zu porträtieren. Palermo, Du Perle.