From Down to Up

Bali: Der Blick nach Oben

Als ich Bali zum ersten Mal bereiste, war ich im zweiten Semester meines Jurastudiums. Die charmante und ausgleichende Stimmung der Insel, insbesondere die in der Gegend um den Künstlerort Ubud, prägte sich tief in mir ein. Als ich Jahre später nach Ubud zurückgekehrte, praktizierte ich stundenlang die Freude des puren Seins: Ich legte mich mit dem Rücken auf unsere Erde und blickte nach oben. Es gab keine Zeitmessung. Ich wußte selbst, wann der Moment der Aktivität wieder anstand. Manchmal verdeckte eine Wolke, manchmal das Blätterdach einer Palme und ab und an auch einer der reichlich verzierten Zeremonieschirme das helle Sonnenlicht. Schaute ich lange genug nach oben, verschwanden auch die Umrisse des Sichtbaren und Traumwelten erschienen. Nicht selten folgte ich dem Impuls, meine Augen zu schließen, um stärker den Duft und die Musik der Umwelt wahrnehmen zu können. Eine Beschäftigung, der ich im Allgäu als Kind schon gerne nachgegangen bin. Leidenschaftlich gerne suchte ich damals frisch gemähte Wiesen der Bauern in unserem bayerischen Dorf auf und legte mich dort so hinein, dass ich, wäre Winter gewesen, die Form einer Frau mit Flügelarmen im Schnee nach dem Aufstehen hätte hinterlassen können.