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AN EINEM HEISSEN MITTAG-TAG IN PALERMO

Ich liebe die gestaute Sommerhitze im August in den dann meist menschenleeren Städten Süditaliens. Die Sonne brennt, kein Windhauch der zaghaften Abkühlung ist zu spüren, das Leben findet erst am Abend wieder draußen im Freien statt. Als ich in einer der unzähligen kleinen Seitengassen nach oben sehe, hängt in fast regungslosem Zustand frisch Gewaschenes direkt über mir. Welch schöner Ausblick, bestehend aus Formen, Schatten & Licht. Ich halte einen Teil meines Blickes mit meinen Händen über meinen Augen verdeckt, um so einen kleineren Ausschnitt des Anblicks über mir zu bekommen. Später nehme ich genau diesen mit meiner Kamera auf. Mir drängt sich der Gedanke von gehobeltem Trüffel beim Betrachten der Kantenführung der Wäsche von unten auf. Zum Trocknen vor Fenstern und Balkonen in luftigen Höhen angebrachte Kleidung, Küchentücher, Bettwäsche & mehr gehört seit meinen Kindesbeinen bereits zum Bild Italiens für mich. Noch nie habe ich Wäsche aber als so spannend wie in diesem Moment erlebt.